Wer vom bunten Treiben auf der Bastei in die Schlucht der Schwedenlöcher eintaucht, wechselt augenblicklich das Kapitel: oben Panorama, unten Felsgassen, feuchte Kühle, das Klacken der Stufen. Die Schwedenlöcher sind eine klammartige Seitenschlucht des Amselgrundes bei Rathen – ein wild-romantischer Durchstieg mit hunderten Stufen, Leitern und schmalen Passagen, die seit Generationen Wanderherzen höherschlagen lassen. Fakten gefällig? Rund 700–800 Stufen, etwa 160 Höhenmeter Unterschied, enge Felsfluchten – und das alles mitten im Nationalpark Sächsische Schweiz.
Kurzüberblick (für die schnelle Planung)
Lage | Zwischen Basteiplateau und Amselgrund (Rathen), Nationalpark Sächsische Schweiz |
Charakter | Klammartiger Schluchtweg: Holz-/Steinstufen, Geländer, kurze Eisenleitern |
Zahlen | ca. 700 Stufen, ~160 hm, < 1 km Schluchtlänge (im Rundweg eingebettet) |
Beste Zeit | Früh & spät am Tag (weniger Trubel), bei Nässe rutschig |
Markierungen | Wegweisung vor Ort (Rundwege über Bastei/Amselsee sind ausgeschildert) |
Anreise & Parken bei den Schwedenlöchern
- Bastei P1 (Nieder-/Oberec/P+R): Bequemer Einstieg von oben; Shuttlebus bringt dich nah ans Basteihotel. Parken ist gebührenpflichtig.
- Rathen (Elbseite Oberrathen): Parken auf der gegenüberliegenden Elbseite, dann mit der Gierseilfähre nach Niederrathen – perfekter Start von unten (Amselgrund).
- Rathewalde: Ruhigerer Zugang über den Grünbach in den Amselgrund – ideal, wenn’s oben voll ist.
Öffnungszeiten & Eintritt der Schwedenlöcher
- Schwedenlöcher (Weg): Kein Eintritt, keine festen Öffnungszeiten; ganzjährig begehbar – temporäre Sperrungen bei Bau-/Sicherungsarbeiten möglich (vorher checken unter Wegeservice Sächsische Schweiz!).
- Bastei: Zugang frei & ganzjährig. Felsenburg Neurathen derzeit geschlossen (separat betrieben).
Charakteristik der Wanderroute
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Wanderregion: Kurort Rathen, Sächsische Schweiz |
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Sehenswertes & Highlights: Klammartiges Felsenlabyrinth der Schwedenlöcher, Amselgrund, Panoramablick Bastei |
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Anspruch/Schwierigkeit: Leichte Tour (Wanderung Variante 1) |
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Distanz: 6,32 km |
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Gehzeit: ca. 2 Stunden |
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Höhenmeter: 200 m bergauf, 200 m bergab |
Wanderkarte zu den Schwedenlöchern
Rundweg & Wanderung: Abstieg von der Bastei – Aufstieg aus dem Amselgrund
Variante 1: Von oben nach unten – der klassische Abstieg
Vom Basteiplateau folgst du den Wegweisern Richtung Schwedenlöcher. Ein paar Schritte im Wald – und schon verschluckt dich das Felslabyrinth. Moosgrüne Wände, kühle Luft, Lichtspalten über dir. Jetzt beginnt der Stufentakt: Holz, Stein, kurze Eisenleitern, Geländer – alles solide, aber schmal. Bald lichtet sich die Schlucht in kleinen Kesseln, dann wieder klemmt der Pfad zwischen Felsnasen hindurch. Nach und nach öffnet sich der Blick – unten wartet der Amselgrund, ein paar Minuten später glitzert der Amselsee durch die Bäume. Perfekt für eine Pause, Ruderboote schaukeln am Ufer. Als Runde geht’s auf bequemen Wegen zurück Richtung Bastei – oder du hängst noch einen Schlenker zur Amselfallbaude an. (Richtzeit als Rundtour Bastei–Schwedenlöcher–Amselsee–Bastei: ca. 2–3 Std., 5–7 km).
Variante 2: Der sportliche Aufstieg – von unten nach oben
Wer die Waden spüren will, startet im Amselgrund (Niederrathen). Nach kurzem Einlaufen am Wasser knickt der Pfad in die Schlucht – und nun heißt es Stufe um Stufe nach oben. Die Passage zieht an, die Stufen werden enger, die Felsen greifen nah ans Geländer. Das ist fordernd, aber großartig: Die Schwedenlöcher zeigen aufwärts ihren dramatischen Charakter. Oben schnappst du auf dem Basteiplateau frische Luft – und genießt als Belohnung die Weitsicht über Elbe und Tafelberge. (Rundtour Niederrathen–Amselsee–Schwedenlöcher–Bastei–Niederrathen: 6–7 km, ca. 2–3 Std., 200–300 hm).
Hinweis zur Schwierigkeit: Die Schwedenlöcher sind kein Spazierweg. Viele Stufen, teils schmale Passagen und feuchte Tritte verlangen Trittsicherheit und gute Schuhe. Kinder schaffen’s mit Aufmerksamkeit; Kinderwagen, Rollstuhl & Co. sind hier nicht machbar.
Hintergrund: Name, Geschichte & Zahlen
Die Schlucht hieß ursprünglich „Blanker Grund“. Während des Dreißigjährigen Krieges (1639) versteckten sich Bewohner aus der Umgebung vor schwedischen Truppen in den unzugänglichen Felsen – seitdem spricht man von den „Schwedenlöchern“. Der heutige Weg entstand im 19. Jh. und wurde später mehrfach ausgebaut; zuletzt wurden historische Einbauten erneuert, damit der stark frequentierte Steig sicher bleibt.
FAQs
Warum heißen die Schwedenlöcher „Schwedenlöcher“?
Weil sich die Bevölkerung der umliegenden Dörfer während Kriegszeiten – erstmals 1639 im Dreißigjährigen Krieg – in der Schlucht vor schwedischen Truppen verbarg. Daher der bis heute geläufige Name.
Sind die Schwedenlöcher wieder offen?
Ja – nach Bau- und Sicherungsmaßnahmen wurden die Schwedenlöcher im Mai 2024 wieder freigegeben. Achtung: In der Nationalparkregion können temporäre Sperrungen auftreten; prüfe vorab den Wegeservice der Nationalparkverwaltung. (Unabhängig davon ist der Zugang zur Bastei frei; die Felsenburg Neurathen bleibt aktuell geschlossen.)
Extra: Startpunkte & Tipps im Überblick
Start | Pluspunkte | Hinweise |
Bastei (P1/P+R + Shuttle) | Schneller Einstieg oben; erst Panorama, dann Abstieg | Parkgebühr; Stoßzeiten früh/spät meiden |
Niederrathen (Fähre) | Stimmiger Talstart mit Amselsee-Pause | Fährgeld einplanen; Rückweg mit Aufstieg |
Rathewalde | Ruhiger, landschaftlich schön via Grünbach | Längerer Zuweg, ebenfalls gebührenpflichtige Parkplätze |
Fazit: Ein Schluchtklassiker mit Gänsehaut-Garantie
Die Schwedenlöcher sind einer dieser Wege, die man fühlt: das Echo der Schritte, die Kühle der Felswände, das staubfeine Sandsteingrieseln am Geländer. Wer die Runde klug legt – oben Basteipanorama, unten Amselsee-Idylle – erlebt die Sächsische Schweiz in einem kompakten, intensiven Tag. Und beim letzten Blick zurück in die Felsen denkt man unweigerlich: Hier hat die Natur einen großartigen Theaterraum gebaut.
Sicherheit & Status unbedingt vorab checken – die Nationalparkverwaltung veröffentlicht tagesaktuelle Meldungen unter Wegeservice Sächsische Schweiz.
Bilder und Impressionen von den Schwedenlöchern in der Sächsischen Schweiz
Zugang zu den Schwedenlöchern von der Bastei aus kommend
Treppen machen die Schlucht an manchen Stellen erst passierbar
Die Fauna der klammartigen Schwedenlöcher ist beeindruckend
Je nach Saison und Tageszeit kann es ziemlich voll werden
Nach dem Abstieg durch die Schwedenlöcher wartet der Amselgrund
Den Aufstieg sollten bei ca. 700 Stufen nur trainierte Wanderer wagen
Die Wanderung zu den Schwedenlöchern gilt als absolutes Highlight der Sächsischen Schweiz - auch wegen der reizvollen Lage zwischen Bastei und Rathen