Checkliste für deine Wanderapotheke

Ganz gleich ob du auf einer mehrtägigen Hüttentour unterwegs bist oder einen Tagesausflug unweit deiner Heimat unternimmst - eine kleine Wanderapotheke für kleinere Notfälle, Wunden und Beschwerden gehört in jeden Rucksack. Je nach Jahreszeit, Region und Ausflugsart können sich die Anforderungen an die Reiseapotheke des Abenteurers unterscheiden. Im Folgenden findest eine Übersicht zu den Basics deiner Rucksackapotheke, die auf jeden Fall auf dem Schirm haben solltest. Wenn du erfahren möchtest, was du allgemein bei deiner Wanderung dabei haben solltest, kannst du dir den Beitrag "Packliste Wandern Tagestour" durchlesen. Einen kostenfreien PDF-Download einer Packliste gibt es ebenfalls.

Blasen

Der Klassiker beim Wandern mit dem vermutlich bereits jeder schon einmal konfrontiert wurde - Blasen an den Füßen. Egal ob falsche Socken oder nicht eingelaufene Schuhe der Auslöser gewesen ist, Abhilfe schaffen Blasenpflaster. Hiervon solltest du immer ausreichend und in verschiedenen Größen dabei haben. Blasen nicht wie allgemeinläufig verbreitet Aufstechen. Eine Heilung im geschlossenen Zustand geht besser und beugt Infektionen vor.

Wunden

Schürf- und Schnittwunden an Händen, Armen und Beinen kann man sich schnell mal beim Wandern einholen. Um diese ohne Probleme selbst zu behandeln solltest du verschiedene Pflaster und Verbandsmaterial dabei haben. Sollte die Wunde stärker bluten, verbindest du diese noch mit einer Mullbinde. Wichtig: Bevor du die Wunde verbindest gründlich säubern und mit Desinfektionsspray desinfizieren. Eine Schere und Pinzette zur Notversorgung ist demnach auch Pflicht in deinem Erste-Hilfe-Set.

Umknicken, Stauchungen & Prellungen

Kommst du beim Wandern durch rutschiges oder gerölliges Gelände zum Stürzen, kann das auch mal eine Stauchung oder Prellung nach sich ziehen. Am Wichtigsten ist es sofort zu kühlen. Kältekompressen helfen hier die nötige Kühlung herbeizuführen. Je nach Schwere der Verletzung kannst du an die betroffene Stelle noch einen Verband anlegen, um das Gelenk ruhig zu stellen und das Weitergehen zu vereinfachen.

Medikamente

Eine Grundausstattung an gängigen Medikamenten ist vor allem für längere Touren in der Wildnis, bei denen man auch mal tagelang nicht an Ortschaften mit Ärzten und Apotheken vorbeikommt, empfehlenswert. Folgende Medikamente gehören in die Wanderapotheke. Bitte vorab mögliche Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten abklären lassen.

Beschwerde Arzneimittel (Vorschläge)
Schmerzmittel Paracetamol, Ibuprofen
Verletzungssalbe Diclo-ratiopharm Schmerzgel, Voltaren Schmerzgel
Wundsalbe Bepanthen, Panthenol
Muskelkrämpfe Magnesium in Tablettenform oder als Öl
Durchfallmittel Imodium akut, Loperamid-ratiopharm
Allergien Antihistaminika wie Cetirizin

Sonnenbrand

Gerade in den Bergen und höheren Lagen unterschätzen viele die Gefahr eines schmerzhaften Sonnenbrands oder gar Sonnenstichs. Deshalb sollte eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, am Besten LSF 50, zur Grundausrüstung gehören. Spezielle Lippencremes sind ebenfalls empfehlenswert und beugen Verbrennungen vor.

Insektenschutz

Nichts kann nerviger sein wie zahllose Mücken und andere kleine Blutsauger. Insektenschutzsprays und -cremes halten die Plagegeister auf Abstand. Auch hier gilt vorab die eigene Verträglichkeit abzuklären oder besser auf natürliche Abwehrmittel zu setzen, siehe nächster Absatz.

Natürliche Heilmittel

Für viele im Vorfeld genannten Medikamente gibt es natürliche und pflanzliche Alternativen. Wann immer es geht, sollte man diese den pharmazeutisch hergestellten Mitteln vorziehen.

Insektenschutz
Ätherische Öle wie Lavendelöl, Zetronell, Melisse, Zeder, Eukalyptus oder Sandelholz bieten einen sanften Schutz vor Mücken. Die ätherischen Öle werden hierzu stark verdünnt (niemals direkt auf die Haut auftragen) im Verhältnis 1 zu 4 mit einer neutralen Lotion vermischt. Prüfe auch hier wieder, ob du das Öl deiner Wahl verträgst und nicht etwa allergisch reagierst.
Kopfschmerzen
Pfefferminzöl gilt mehreren Studien zur Folge als sehr wirksam und vergleichbar mit der Einnahme einer Schmerztablette. In Apotheken erhältst du entsprechend verdüntes Pfefferminzöl, welches du großflächig auf Stirn und Schläfen aufträgst.

Zecken entfernen

Solltest du während einer Rast oder nach deiner Wanderung feststellen, dass sich Zecken an dir laben wollen, dann hilft eine Zeckenkarte oder Zeckenzange, um die kleinen Plagegeister schnell und sicher entfernen. Mehr zum Thema Zecken kannst im Zecken Ratgeber nachlesen.

Schwere Verletzungen | Notrufnummern

Verletzt du oder einer deiner Wanderbegleiter sich einmal so schwer, dass alle vorgenannten Tipps nicht helfen und dringend ärztliche Hilfe notwendig ist, solltest du immer alle wichtigen Notrufnummern und ein entsprechendes Smartphone griffbereit haben.

  • Allgemeine, europaweite Notrufnummer: 112
  • Notrufnummer in der Schweiz: 114
  • Weitere Notruf- und Bergrettungsnummern findest du beim Deutschen Alpenverein

Checkliste für die kleine Wanderapotheke

Untenstehend findest du noch mal alle Gegenstände deiner mobilen Rucksackapotheke im Überblick:

  • Blasenpflaster
  • Wundpflaster in verschiedenen Größen
  • Wundkompresse
  • Mullbinde
  • Kältekompresse
  • Klebeband/Tape
  • Desinfektionsspray
  • Schmerzmittel
  • Magnesiumtabletten
  • Verletzungssalbe
  • Wundsalbe
  • Anti-Durchfallmittel
  • Schere und Pinzette
  • Zeckenkarte
  • Sonnencreme
  • Ernährungsumstellung Tipps

 

Inhalt deiner Rucksackapotheke

Alles für den Notfall dabei: Verbandsmaterial deiner Rucksackapotheke

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